Kölner Dom – der gotische Dom in Deutschland

Hohe Domkirche zu KölnDer Kölner Dom trägt den offiziellen Namen Hohe Domkirche zu Köln und ist eine römisch-katholische Kirche mit dem Apostel Petrus als Patron. Nach dem Ulmer Münster ist der Kölner Dom mit 157,38 Metern das zweithöchste Kirchengebäude in Europa und weltweit das dritthöchste. Umgeben ist der Dom von einer Betonkonstruktion, der sogenannten Domplatte.
Schon im Mittelalter wurde der Bau des Doms begonnen, um 1530 jedoch aus Geldmangel für hunderte Jahre unterbrochen, bevor er im 19. Jahrhundert endlich fertiggestellt wurde. Der Dom ist eine der größten gotischen Kathedralen weltweit und trotz der langen Bauzeit harmonieren die Baustile der Gotik und der Neugotik perfekt. Die Doppelturmfront wurde im 19. Jahrhundert nach wiederentdeckten Plänen des Mittelalters fertiggestellt. Alleine die Fläche der Westfassade mit den Türmen misst mehr als 7100 Quadratmeter, eine Größe die bisher nirgends übertroffen wurde.
Seit 1993 gehört der Kölner Dom zum UNESCO Weltkulturerbe.

Alter Dom brennt fast komplett nieder

Das Vorgängergebäude des Kölner Doms war der sogenannte Alte Dom, auch als Hildebold Dom bezeichnet. Im Jahr 873 wurde der Alte Dom geweiht.
Der Alte Dom bestand aus einem Langhaus und aus einem Querhaus an beiden Enden und galt damals als Vorbild für viele Kirchen in ganz Europa. Der Dom beherbergte schon im 10. Jahrhundert das Gerokreuz, eines der ältesten Kruzifixe aus Gold in ganz Europa.
1248 hätte der Alte Dom, zugunsten eines Neubaus, abgerissen werden sollen, doch der Versuch nur den Ostchor niederzubrennen schlug fehl und fast der ganze Bau brannte ab. Um weiterhin Messen feiern zu können wurde der Westteil provisorisch wieder aufgebaut, bevor im selben Jahr mit dem Bau des neuen Doms begonnen wurde.

Baustelle für viele hundert Jahre

Der Bau des neuen gotischen Doms wurde im August 1248 begonnen und als Baumaterial diente hauptsächlich Trachyt aus dem Siebengebirge vom Drachenfels. Der Kapellenkranz war 1265 bis zum Gewölbe fertiggebaut und 1277 konnte der Altar der Domsakristei eingeweiht werden. In den Jahren 1304 bis 1311 wurden die Fenster des Obergeschosses fertiggestellt. Auf den Fenstern sind 48 Könige, abwechselnd ohne und mit Bart dargestellt. Es wird vermutet, dass die Bärtigen die Ältesten der Apokalypse darstellen und die Bartlosen sind die Könige von Juda. Die Heiligen Drei Könige mit Maria und Kind sind auf dem Achsenfenster dargestellt.
Im Jahr 1322 wurden die Reliquien der Heiligen Drei Könige in den Neuen Dom überführt und der Chor eingeweiht. In den folgenden Jahren wurde stetig am Dom gebaut, gegen Ende des 15. Jahrhunderts ließ die Bauintensität jedoch nach und um 1530 stand der Bau des Domes komplett still – zumindest gab es keine weiteren Bauaufzeichnungen für den Dom mehr.
Mehr als 300 Jahre wurde das Stadtbild Kölns von einem halbfertigen Domgebäude bestimmt, bevor 1814 der Weiterbau des Domes gefordert wurde. Im Jahr 1833 wurde wieder mit dem Bau begonnen. 1863 wurde das Innere des Doms vollendet und man widmete sich der riesigen Westfassade.
Nach über 600 Jahren Bauzeit wurde die Neue Domkirche zu Köln 1880 nach den mittelalterlichen Plänen vollendet. Nur die Fassaden des Querhauses, zu dem es keine Pläne gab, sind eine Schöpfung des 19. Jahrhunderts.
Seit über 200 Jahren kämpfen die Dombaumeister nun gegen den Verfall der unterschiedlichen Steinarten, bisher konnte keine ausreichende Konservierung erreicht werden.

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