Die Geschichte der Dresdner Frauenkirche reicht über tausende von Jahren zurück. Aber das heutige Haus des Friedens und der Versöhnung ist erst sechs Jahre jung und trotzdem erzählt es von Krieg und Zerstörung, aber auch von dem Wunsch nach Frieden und Vergessen. Ein Mahnmal für unzählige Opfer und ein Ort des Trostes.
Die Geschichte
Im 11. Jahrhundert wird die Dresdner Frauenkirche das erste Mal erwähnt. Bis ins 17. Jahrhundert folgen Vergrößerungen, Stilllegung und schrittweise Auflösung. Im Jahre 1722 kommt es zur Grundsteinlegung für einen Neubau mit der glockenförmigen steinernen Kuppel. Architekt dieser Kirche war George Bährs. Der zweite Weltkrieg wurde dann zum verhängnisvollen Ereignis. Am 15.Februar 1945 zerstörte ein stundenlanger Luftangriff dieses Wunderwerk architektonischer Baukunst. Die Kirche brannte unter dem Bombenhagel aus, die schwere Kuppel stürzte ein. 45 Jahre nach diesem erschreckenden Ereignis ging ein Hilferuf aus Dresden in die ganze Welt. Über eine halbe Million Menschen spendeten für den Wiederaufbau. Dank Ihnen kamen mehr als 100 Millionen Euro zusammen. Zunächst begann man die Trümmer zu beseitigen bzw. zu erfassen und zu sortieren, um diese Materialien beim Wiederaufbau zu verwenden. 250 Jahre nach Fertigstellung der Kirche Bährs erteilten die Behörden die Baugenehmigung für einen Neubau. Die Briten spendeten ein neues Turmkreuz, welches im Februar 2000 übergeben wurde. Am 30.10.2005 wurde die Dresdner Frauenkirche feierlich eingeweiht.
Die Frauenkirche als Mahnmal
Ein Trümmerberg mitten in der Innenstadt von Dresden – über 40 Jahre war er ein Mahnmal gegen Krieg, Unrecht und Zerstörung. Eine Gedenktafel erinnerte an die grausame Zeit. Mit dem 13. Februar 1982 wurde Sie zu aber einem Ort des friedlichen Protestes und der Friedensbewegung im Osten.
Grundgedanken des Wiederaufbaus
Nach Originalplänen George Bährs sollte die Kirche mit modernen Technologien und entsprechend dem 21. Jahrhundert wieder errichtet werden. Dazu wurden die alten Grundsubstanzen und Steine wieder verwendet. Der Unterschied zwischen Alt und Neu soll so für lange Zeit sichtbar sein und an die Narben der Geschichte erinnern.
Offene Kirche, Konzerte und Besichtigungen
Zu Zeiten der offenen Kirche ist eine Besichtigung der Dresdner Frauenkirche möglich. Eingeschränkt wird dieses, wie auch bei anderen Gotteshäusern, wenn Trauungen, Gottesdienste, Taufen oder auch Konzerte stattfinden. Führungen gibt es zu Verschiedenen Themen. Z.B. eine Betstubenführung, Erkundung der Unterkirche, Kuppelaufstieg oder auch Präsentationen mit Orgelmusik. Außerdem werden Audioguide-Führungen und Filmvorführungen im Besucherzentrum angeboten. Die Konzerte in der Dresdner Frauenkirche sind sehr beliebt. Über 130 finden jährlich statt. Dazu kommen noch die über 500 Orgelandachten, die diesem Bau ein sentimentales und zugleich erfrischendes Leben einhauchen. Über alle Angebote und Veranstaltungen gibt das Besucherzentrum der Kirche Auskunft.
Vorträge und Lesungen
Auch die Vorträge und Lesungen in der Dresdner Frauenkirche sind eng an das Thema der Begegnung und Versöhnung geknüpft, welches an diesem Ort immer wieder aufgegriffen werden soll. Literarische Abende, Vorträge der Studentenmission oder auch das Donnerstagsforum sollen die Arbeit der Stiftung Frauenkirche und der Fördergesellschaft unterstützen.
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